KIRCHENNACHRICHTEN
Oktober und Novenber 2026
für die Gemeinde Waldenburg, mit den Orten Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim,
Niederwinkel, Oberwinkel/Ebersbach
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Liebe Gemeinde,
ich denke, ich bin bei folgender Sache kein Einzelfall: Ich tue Dinge, von denen ich weiß, dass sie schlecht sind.
Der Ablauf ist meistens ähnlich: Irgendetwas lockt mich; dann finde ich Ausreden, warum es dieses eine Mal schon in Ordnung ist; tue etwas Falsches und habe anschließend ein schlechtes Gewissen.
Und ich denke, dass Einigen von Euch, während Ihr diese Zeilen hier lest, das Eine oder Andere durch den Kopf geht, bei dem Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt: Naschereien, Lästern, Rauchen, Notlügen, vulgäre Webseiten, Feierabendbier oder zweideutige Nachrichten.
Was diese Dinge alle eint, ist dies: Man weiß, dass sie ganz klar falsch sind, aber man tut sie trotzdem. Die große Frage ist: Warum?
Die Bibel, und im speziellen Paulus, kennt das auch und nimmt dafür ein Bild. Das Bild eines Sklaven bzw. Knechts. Paulus meint damit, dass wir gefangen, gebunden, festgehalten werden von schlechten Taten, die die Bibel Sünde nennt.
Man weiß zwar, dass es einem nach der Tat schlecht gehen wird, aber die Bindekraft der Sünde ist so stark, dass man es trotzdem tut. Paulus ist sich sicher, dass diese Kraft so stark ist, dass es zwar manchmal scheint, man könne sie durch eigenen Willen überwinden; aber am Ende doch versagt.
Wie kommt man da raus? Dazu sagt Paulus im Monatsspruch für Oktober:
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5,1
Paulus sagt, dass wir durch Christus diese Fesseln, diese Ketten, die uns an schlechte Taten binden, los werden können.
Wie das?
Als ein kanadischer Psychologe gefragt wurde, wie man diese schlechten Taten loswerden kann, sagte er: „Du brauchst etwas Besseres. Und was besser ist, ist nicht geradlinig sein und keine Fehler zu machen. […]
Was wirklich besser ist, ist: Du brauchst ein Abenteuer. Geh raus und habe was zu tun, etwas, was es Wert ist, dafür aufzuwachen“.
Dieses Bessere ist, eine lebendige Beziehung zu Gott zu haben. Und diese können wir durch Jesus haben. Was Paulus also sagt, ist: Wenn ihr euch zu Jesus haltet, werdet ihr befreit von dieser Bindung an die schlechten Dinge, weil ihr etwas Besseres habt. Ihr habt einen Gott, der euer Leben in ein Abenteuer verwandelt; der euch durch Höhen und Tiefen führt und nicht von euch weggeht, solange ihr nicht von ihm weggeht.
Das Ziel ist also, mit Gott an seinen Schwächen zu arbeiten. Das heißt gewiss nicht, dass sobald ich nur fest genug glaube, ich schlagartig alle Fehler loswerde. Es heißt, mit Gott gemeinsam in den Kampf gegen diese Schlechtigkeiten zu gehen. Und das jeden Tag neu und so immer freier zu werden.
Der erste Schritt dahin ist das Eingeständnis. Und das kann jeder von Euch im Gebet machen. Gott sagen, wo die eigenen Schwächen liegen und ihn bitten, seine Kraft in uns zu geben, damit wir nicht wieder in alte Muster zurückfallen.
Gott schenke Euch dadurch ein beruhigtes Gewissen und einen herrlichen Herbst!
Gottes Segen wünscht
Euer Pfarrer Matthäus